Thomas Bernhards Heldenplatz im Spiegel der Presse
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Pressereaktionen auf "Heldenplatz"
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| 1. Bild: Garderoberaum in der Großbürgerwohnung der Professorenfamilie Josef Schuster: Mahagonischränke mit hohen Flügeltüren; auf dem Boden, von dem der Teppich bereits entfernt ist: Holzkisten, Kartonschachteln, Koffer. Die Zeit: März 1988. |
| Josef Schuster, Professor für Mathematik an der Wiener Universität und Jude ist tot. Er hat sich aus dem Fenster seiner Wohnung am Heldenplatz gestürzt. Ein Intellektueller, der - in der Beschreibung der Haushälterin - mit sich, mit Wien mit dem Leben in heftigster Gegnerschaft stand. Er war ein Genauigkeitsfanatiker, also könnte man sagen, daß er sich sogar pünktlich umgebracht hat. Zum 50.Jahrestag von Hitlers Einmarsch in Wien. |
| Das Stück erzählt die tragische Geschichte erst einmal aus der Dienstbotenperspektive. Die alte Frau Zittel tratscht mit dem Hausmädchen, während sie den letzten Koffer packt. Professor Josef Schuster hat die Wohnung verkauft. Er wollte wieder nach Oxford, wo er während des Krieges lehrte. Statt dessen geht das Gepäck wohl nach Neuhaus, wo sein Bruder Professor Robert, lebt und seine Frau Herta hinziehen soll, obwohl sie da nicht einmal sterben will. |
| Die Wirtschafterin Frau Zittel und das schweigsame Hausmädchen Herta sind erschüttert, aber sie haben auch anderes zu tun. Die eine bügelt die Hemden des Toten, die andere putzt seine Schuhe. Frau Zittels Monolog erzählt von einem unduldsamen, herrischen, kompromißlosen Mann, der, vor die Wahl gestellt, in Wien zu bleiben oder nach Oxford zurückzukehren, sich aus dem Fenster stürzt. Sie erzählt von Verwandten, Freunden und der Frau des Professors, die immer wieder die "Sieg Heil"-Rufe von damals hört und deshalb wahnsinnig wird. |
| Man spürt, daß jeder Tod auch ein Triumph für die Überlebenden ist. Zumal Professor Schuster, der "Geistesmensch", ein fürchterlicher Haustyrann gewesen sein muß. Der Tyrann ist tot - jetzt kann man endlich Blumen in der Wohnung aufstellen und Kümmel in die Suppe tun. |
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